Offenbacher Lions informieren sich über Klimawandel in der Pfalz

Den ersten Clubabend nach den Sommerferien nutzte der Offenbacher Lionsclub, um sich aus erster Hand von Dr. Ulrich Mathes, dem Leiter des rheinland-pfälzischen Kompetenzzentrums für Klima-wandelfolgen an der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft, zu informieren. Zu dieser Powerpoint-Präsentation unter dem Aspekt „Zeit zum Handeln!“ begrüßte Präsident Bernhard Wagner auch die Distrikt-Governorin Sevilay Huesmann-Koecke, die sich im Laufe des Abends für die erhaltenen Gedankenanstöße bedankte.

Dr. Mathes legte auf der Basis der Daten des IPCC-Weltklimareports (Klima-Ausschuss der Vereinten Nationen) den globalen Temperaturanstieg mit seinen Folgen für die Weltmeere, Gletscher, ver-schiedene Klimazonen usw. dar. Dabei wies er auf die sogenannten Kipp-Punkte des Klimawandels hin. Werden Kippelemente wie die Eisschilde auf Grönland, der Jetstream im Atlantik, die Perma-frostböden usw. über ihre jeweilige kritische Grenze hinaus belastet, kann dies zu teils unauf-haltsamen Veränderungen führen. Die Klimawandelfolgen betreffen jeden, daher müssen Konse-quenzen von der globalen bis letztlich zur kommunalen Ebene gezogen werden. 

Die Auswirkungen der Klimakrise kann man auch bei uns in der Pfalz feststellen. So gibt es im Pfälzer Wald aufgrund der Dürreperioden ein Fichtensterben, einen signifikanten Temperaturanstieg, der gegenüber Gesamtdeutschland überdurchschnittlich ist, einen Rückgang der sog. Eis- und Frosttage und eine Zunahme der heißen Tage, aber auch das Bodenwasser erreicht eine kritische Schwelle. Dies zeigte sich insbesondere in den Trockenjahren 2018 bis 2020. Trotz der Trockenheit nehmen seit ca. 20 Jahren allerdings auch in bestimmten Regionen extreme Starkniederschläge zu, wie man es z.B. vor Wochen im Ahrtal erlebte. 

Wichtige Konsequenzen aus dem Klimawandel sind für uns Klimaschutz und -anpassung. Dies hat Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft, das Verkehrswesen, die Infrastruktur, auf das Bauen sowie auf die Land- und Forstwirtschaft usw. Der Temperaturanstieg hängt schwerpunktmäßig vom Kohlenstoffdioxid-Eintrag ab; durch einen vermehrten Klimaschutz kann dieser Anstieg allerdings verlangsamt werden. Auch die Gesundheit des Menschen leidet unter den klimatischen Verän-derungen, so breiten sich beispielsweise der Eichenprozessionsspinner oder asiatische Busch- und Tigermücken aus, welche gefährliche Krankheiten übertragen können. 

Im Forstbereich, der Dr. Mathes naturgemäß besonders am Herzen lag, müssen nach seiner Ansicht mehr Laubbaumsorten aus Südeuropa oder auch Nordafrika angepflanzt werden, um die Resilienz zu stärken und um mehr Kohlendioxid zu binden. Im Weinbau könnten künftig mehr klimageeignete Rebsorten angebaut werden und die Bebauungspläne der Kommunen sollten dem Temperaturan-stieg ebenfalls entgegenwirken, indem z.B. mehr Grünflächen vorgehalten, weniger Böden versie-gelt, Schottergärten verboten, mehr Gebäude begrünt (Dächer und Fassaden), noch viel mehr Fotovoltaikanlagen und alternative Energien gefördert werden, um die sog. Dekarbonisierung voranzutreiben. Um dies alles zu erreichen, ist ein Bewusstseinswandel erforderlich, bei dem nach Ansicht des Referenten die deutschen Lions als „Mediatoren“ fungieren könnten. Mit ihren Netzwerken und ihrer Stellung in unserer Gesellschaft sollten andere, insbesondere die Jugend mo-tiviert werden, dem Umweltschutz einen höheren Stellenwert einzuräumen. 

Abschließend griff die Distriktgovernorin die Anregungen von Dr. Mathes auf, indem sie darauf hinwies, dass im nächsten Sommer von Lions eine breite bundesweite Aktion zur Aufforstung des deutschen Waldes gestartet wird. 

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